Das Medical ist Ihre Eintrittskarte ins Cockpit oder in die Kabine. Doch was passiert, wenn der Fliegerarzt beim nächsten Routinecheck den Kopf schüttelt? Ob durch eine plötzliche Krankheit, einen Unfall oder schleichende gesundheitliche Einschränkungen – Flugdienstuntauglichkeit oder der Verlust der Lizenz können Karriere und Lebensplanung von einem Tag auf den anderen auf den Kopf stellen.
Wer fliegt, darf sich daher nicht allein auf Glück, Gesundheit oder das tarifliche Auffangnetz verlassen. Mit einer Loss-of-Licence-Versicherung (LoL) und einer Flugdienstuntauglichkeitsversicherung (FU) sichern Sie das ab, was im Ernstfall auf dem Spiel steht: Ihre finanzielle Existenz.*
Doch wo genau liegt der Unterschied zwischen diesen beiden Schutzschildern?
Die Loss-of-Licence-Versicherung
Ihr finanzieller Puffer
Die LoL-Versicherung ist Ihre Absicherung für den absoluten Ernstfall. Sie zahlt in der Regel eine einmalige Kapitalleistung, wenn Sie Ihre Lizenz aus medizinischen Gründen dauerhaft verlieren und endgültig flugdienstuntauglich geschrieben werden.
Ihr Vorteil: Mit dieser Einmalzahlung können Sie beispielsweise die restlichen Kosten Ihrer Flugausbildung tilgen, laufende Kredite ablösen oder sich in Ruhe beruflich neu orientieren (z. B. durch ein Studium oder eine Umschulung), ohne sofort in finanzielle Not zu geraten.
Die Flugdienstuntauglichkeitsversicherung
Ihr monatliches Gehalt
Während die LoL bei endgültigem Lizenzverlust greift, springt die FU-Versicherung ein, um Ihr laufendes Einkommen zu ersetzen. Sie zahlt eine monatliche Rente – und das sowohl bei dauerhafter als auch bei vorübergehender Flugdienstuntauglichkeit (in der Regel ab einer Dauer von 6 Monaten).
Ihr Vorteil: Die Miete, die Rate fürs Haus oder die Kosten für die Familie laufen weiter, auch wenn Sie (vorübergehend) nicht fliegen dürfen. Die FU-Rente schließt Ihre Einkommenslücke und gibt Ihnen die Zeit, gesund zu werden.
Wer braucht welchen Schutz?
Die Übersicht für fliegendes Personal
Jeder Karriereweg in der Luftfahrt hat eigene Risiken. Deshalb sieht die optimale Vorsorge je nach Berufsgruppe unterschiedlich aus. Sowohl Flugbegleiter:innen als auch (angehende) Pilot:innen sollten sich nicht allein auf Glück und Gesundheit verlassen. Loss-of-Licence- und Flugdienstuntauglichkeitsversicherungen sichern ab, was bei einem medizinischen Ausfall auf dem Spiel steht: Ihre finanzielle Stabilität. Sie bieten den Schutz, den Sie im Ernstfall brauchen – temporär oder dauerhaft.
✈️ Pilot:innen (Cockpit)
Sie können sowohl durch eine temporäre Flugdienstuntauglichkeit ausfallen als auch ihre Lizenz dauerhaft aus medizinischen Gründen verlieren. Hier ist meist eine Kombination aus LoL und FU der sicherste Weg, um Einmalkosten und laufende Ausgaben zu decken.
👩✈️ Flugbegleiter:innen (Kabine)
Kabinenpersonal besitzt im klassischen Sinne keine Lizenz, die entzogen wird, kann aber sehr wohl flugdienstuntauglich werden. Hier ist eine Absicherung über eine FU-Rente oder eine Einmalzahlung (analog zur LoL) unverzichtbar, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.
🎓 Flugschüler:innen (NFF)
Die Ausbildung ist eine enorme zeitliche und finanzielle Investition. Flugschüler:innen sollten LoL und FU bereits während der Ausbildung abschließen. So frieren Sie Ihr junges, gesundes Eintrittsalter ein, sichern sich dauerhaft günstige Beiträge und schützen Ihren Karriereweg von Tag eins an. Spezielle Infos für Flugschüler:innen finden Sie hier.
Der größte Irrtum
„Eine normale BU-Versicherung reicht doch auch!“
Viele Piloten und Flugbegleiter verlassen sich auf eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) – ein Fehler, der im Ernstfall teuer wird.
Der Grund: Ob Sie im Cockpit oder in der Kabine arbeiten dürfen, entscheidet der Fliegerarzt – nicht Ihr Hausarzt. Eine simple Erkrankung, die zum Verlust des Medicals führt, bedeutet für einen regulären BU-Versicherer noch lange nicht, dass Sie zu 50 % berufsunfähig sind.
Bei einer klassischen BU prüft der Versicherer, ob Sie noch in einem anderen Beruf arbeiten könnten (abstrakte oder konkrete Verweisung). Wer sein Medical verliert, ist aber nicht zwingend berufsunfähig im Sinne einer klassischen BU – er oder sie darf nur nicht mehr fliegen. Das bedeutet: Ohne spezielle Luftfahrtklauseln droht eine massive Einkommenslücke.
Tiefer in die Materie eintauchen? Warum eine spezielle Absicherung für Crews unerlässlich ist und wo die Fallstricke einer Standard-BU liegen, erklären wir Ihnen im Detail: Hier klicken, um mehr über die Grenzen der klassischen BU zu erfahren.
Fazit
Handeln Sie, solange Sie fit sind
Ihre Flugtauglichkeit ist Ihr wertvollstes Kapital. Je früher Sie Ihre Absicherung in die Hand nehmen, desto günstiger sind die Konditionen und desto sicherer Ihr Start in jede berufliche Phase. Schützen Sie sich rechtzeitig vor den finanziellen Turbulenzen eines medizinischen Ausfalls.
🛡️ Sind Sie optimal abgesichert? Alle Absicherungsmöglichkeiten und individuellen Konzepte für Kabinen- und Cockpitpersonal finden Sie hier in unserer Übersicht.
* Hinweis:
- Pilot:innen: Können sowohl durch Flugdienstuntauglichkeit als auch von Lizenzverlust aus medizinischen Gründen betroffen sein → LoL + FU sinnvoll.
- Flugbegleiter:innen: Haben keine Lizenz, können aber flugdienstuntauglich werden → Einmalzahlung (LoL-ähnlich) oder Rentenzahlung mit FU-Versicherung möglich.
- Flugschüler:innen: Können eine LoL und FU bereits während der Ausbildung abschließen, um Ihren Karriereweg und die hohe Investition in Ihre Ausbildung frühzeitig abzusichern.
Albatros Redaktion
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